Einführung

Hochschulrankings in Form von Ranglisten  

Das Ranking von Universitäten in Form von sogenannten League-Tables (Ranglisten) hat seit einigen Jahren Hochkonjunktur. Diese Art der Hochschulbewertung ist nicht nur in der Öffentlichkeit und bei den Medien äusserst populär, auch die Hochschulen selbst schätzen Rankings, zumindest dann, wenn sie ihren Rang einer Veröffentlichung würdig erachten.

Rankings existieren seit den 1920er-Jahren

Ob begrüsst oder nicht: Innerhalb weniger Jahre sind Rankings ein fester Bestandteil des akademischen Lebens geworden, denn sie stellen eine höhere Transparenz des in modernen Gesellschaften zentralen, aber auch kostenintensiven Hochschulsektors in Aussicht. Studierende und ihre Eltern, Angehörige des Mittelbaus, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Weiterbildungs- und Executive-Education-Programmen sowie Geldgeber und politische Entscheidungsträger suchen ein Orientierungsmedium für die Bewertung der Qualität der Hochschulen. In diesem Umfeld bieten Rankings erstmals eine öffentliche Plattform für den Wettbewerb zwischen den Universitäten. Die Hochschulen selbst schätzen Rankings als ein Marketingtool, mit dessen Hilfe sie ihre Performanz veröffentlichen und ihren internationalen Ruf festigen können. Eine in Form von Ranglisten dargestellte Bewertung der Hochschulen aber suggeriert, dass die Evaluation der Leistungen in der Lehre und Forschung so simpel ist wie die Beurteilung der Spielkompetenz einer Fussballliga. Obwohl die Sachlage erheblich komplizierter ist und die angewendeten Methodiken ausführlicher Diskussionen bedürfen, haben Rankings einen ausserordentlichen Einfluss gewonnen.

Heute gibt es zahlreiche unterschiedliche Rankings

In der jüngsten Vergangenheit haben zwei internationale Rankings besondere Beachtung gefunden: das erstmals 2003 von der Jiao Tong-Universität in Shangai durchgeführte sogenannte Shanghai-Ranking der weltweit besten Universitäten und das seit 2004 veröffentlichte World University Ranking des Times Higher Education Supplement (THES-Ranking). Nicht weltweit ausgerichtete, auf ausgewählte universitäre Leistungsbereiche und einzelne Länder begrenzte Rankings gibt es indessen schon länger. So beispielsweise wird die Qualität der US-amerikanischen Graduiertenprogramme fachgruppenspezifisch bereits seit den 1920er-Jahren bewertet, und 1983 wurde erstmals das «America’s Best Colleges Ranking» im «US News and World Report» veröffentlicht. Seit jeher zielen diese Bewertungen darauf ab, die Studierenden und ihre Eltern bei der Wahl einer geeigneten Hochschule zu unterstützen. Inzwischen ist das Ranking erheblich umfassender und diverser und neu auch weltweit ausgerichtet. Die bei der Definition und Messung der Qualität gewählten Methodiken sind ebenso verschieden wie umstritten. Angesichts der Unklarheit darüber, was genau die Rankings messen und welche Auswirkungen sie auf das Hochschulsystem haben, bergen ihre zunehmende Verbreitung und ihr wachsender Einfluss ein beträchtliches Risiko.